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Ordnung der
von Cansteinschen Bibelanstalt in Westfalen

Vom 29. Oktober 2020

(KABl. 2020 I Nr. 79, S. 203)

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Präambel

Die von Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen steht in der Tradition des Freiherrn Carl Hildebrand von Canstein (1667–1719) und unter seinem Leitwort aus Kolosser 3,16: „Lasset das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.“
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§ 1
Name, Rechtsform und Sitz

Die „von Cansteinsche Bibelanstalt in Westfalen“ (vCBA) ist eine unselbstständige Einrichtung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) und wird als eigenständiger Bereich im Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (igm) mit Sitz in Dortmund geführt.
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§ 2
Zweck und Aufgabe der vCBA

( 1 ) Die vCBA fördert das Verständnis der Bibel und ihre Verbreitung.
( 2 ) Dieser Zweck wird insbesondere verwirklicht durch
  1. Entwicklung zeitgemäßer pädagogischer Hilfen für das Verstehen und den Gebrauch der Bibel,
  2. bibelpädagogische Arbeit insbesondere in der „Werkstatt Bibel“ in Kooperation mit dem igm,
  3. Vorhaltung und Angebot dieser Hilfen vornehmlich im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen.
( 3 ) Die vCBA unterstützt die Deutsche Bibelgesellschaft in ihrer Aufgabe der Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel regional und international.
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§ 3
Kirchlicher Auftrag

Die vCBA nimmt mit ihrem Zweck und ihrer Aufgabe teil am kirchlichen Auftrag der Evangelischen Kirche von Westfalen.
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§ 4
Finanzierung

1 Die vCBA wirbt Spenden ein und bittet um kirchliche Zuschüsse und Kollekten. 2 Die vCBA wird im landeskirchlichen Haushalt beim igm geführt; das Vermögen der vCBA ist zweckgebunden. 3 Über die Verwendung der Mittel der vCBA entscheidet das Direktorium der vCBA.
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§ 5
Beziehungen zu anderen Bibelgesellschaften

1 Die vCBA pflegt Beziehungen zu anderen Bibelgesellschaften, insbesondere zur Deutschen Bibelgesellschaft und zum Evangelischen Bibelwerk im Rheinland. 2 Die Beziehung zum Evangelischen Bibelwerk im Rheinland findet insbesondere durch die personelle Repräsentanz im Direktorium Ausdruck.
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§ 6
Eingliederung in das Institut für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste

1 Die vCBA wird als eigenständiger Bereich im igm geführt und tritt als „von Cansteinsche Bibelanstalt“ auf. 2 Als Organ der vCBA wird ein Direktorium bestellt, dessen Präsidium aus einer Präsidentin oder einem Präsidenten und bis zu zwei weiteren Mitgliedern besteht. 3 Die Geschäfte der vCBA werden von der Geschäftsführung geführt. 4 Die strategische Ausrichtung der vCBA wird zwischen Präsidium, Geschäftsführung und der Institutsleitung des igm jährlich abgestimmt.
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§ 7
Das Direktorium

( 1 ) 1 Das Direktorium besteht aus mindestens drei und höchstens 20 Mitgliedern, die mit einer Amtszeit von acht Jahren berufen werden. 2 Bis zu fünf Personen kann die Kirchenleitung der EKvW berufen, alle weiteren Mitglieder werden vom Direktorium berufen.
( 2 ) 1 Das Direktorium wählt aus seiner Mitte eine Präsidentin oder einen Präsidenten und bis zu zwei weitere Personen in das Präsidium. 2 Es kann sich eine Geschäftsordnung geben, die auf Vorschlag der Institutsleitung des igm der Genehmigung durch die Kirchenleitung bedarf.
( 3 ) 1 Das Direktorium leitet die vCBA gemeinsam mit dem Präsidium. 2 Demgemäß sind die Aufgaben des Direktoriums vornehmlich:
  1. Berufung von Mitgliedern,
  2. Bestellung der Geschäftsführerin oder des Geschäftsführers sowie Erlass einer Dienstanweisung im Benehmen mit der Leitung des igm,
  3. Entgegennahme des Jahresberichtes der Geschäftsführerin oder des Geschäftsführers,
  4. Bestätigung des Vorschlags der Mittelanmeldung für den gesonderten Bereich vCBA durch die Geschäftsführung,
  5. beschlussmäßige Kenntnisnahme des Jahresergebnisses der vCBA sowie Genehmigung der vorgelegten Vermögensübersicht,
  6. Festlegung der strategischen Ausrichtung der vCBA,
  7. Herstellung des Benehmens mit der Kirchenleitung bei der Änderung oder Aufhebung dieser Ordnung; bedarf einer Mehrheit von drei Vierteln des Direktoriums.
( 4 ) 1 Die Mitgliedschaft endet durch Ablauf der Wahlperiode, spätestens jedoch mit Vollendung des 75. Lebensjahres. 2 Vor Ablauf der Amtsperiode endet die Mitgliedschaft durch eine schriftliche Beendigungserklärung an das Präsidium oder durch einen vom Direktorium oder der Kirchenleitung beschlossenen Ausschluss.
( 5 ) Scheidet ein Mitglied vor Ablauf der Amtszeit aus, kann für die Restzeit ein neues Mitglied berufen werden.
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§ 8
Arbeitsweise des Direktoriums

( 1 ) 1 Das Direktorium trifft sich in der Regel zweimal jährlich zu Sitzungen, die von der Präsidentin oder vom Präsidenten oder einem anderen Präsidiumsmitglied geleitet werden (Sitzungsleitung). 2 Auf Antrag von mindestens einem Drittel des Direktoriums muss innerhalb von drei Wochen eine außerordentliche Sitzung einberufen werden. 3 Eine digitale Sitzungsteilnahme soll ermöglicht werden. 4 Abstimmungen in Textform sind zulässig, wenn nicht die Präsidentin oder der Präsident oder ein Drittel des Direktoriums widerspricht. 5 Die Präsenz- und Beteiligungsformen können zu einer hybriden Sitzung kombiniert werden.
( 2 ) 1 Die Sitzung wird durch die Geschäftsführung vorbereitet, die an den Sitzungen des Direktoriums beratend teilnimmt, soweit das Direktorium nichts anderes beschließt. 2 Zu den Sitzungen soll wenigstens zwei Wochen vorher unter Angabe der Tagesordnung in Textform eingeladen werden.
( 3 ) 1 Beschlüsse werden mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst; Enthaltungen und ungültige Stimmen werden dabei nicht mitgezählt. 2 Bei Stimmengleichheit wird kein Beschluss gefasst. 3 Wahlen erfolgen in geheimer Abstimmung; bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.
( 4 ) 1 Die Ergebnisse der Sitzung werden protokolliert; das Protokoll wird den Mitgliedern des Direktoriums zugänglich gemacht. 2 Das spätestens in der Folgesitzung zu genehmigende Protokoll ist von der Sitzungsleitung zu unterzeichnen.
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§ 9
Geschäftsführung

( 1 ) 1 Die Geschäftsführerin oder der Geschäftsführer führt die Geschäfte der vCBA eigenverantwortlich nach Maßgabe des kirchlichen und des allgemeinen Rechts, dieser Ordnung und der Beschlüsse des Direktoriums. 2 Die Geschäftsführung bedarf zu allen Handlungen, die über den gewöhnlichen Umfang des Geschäftsbetriebs der vCBA hinausgehen, insbesondere für solche rechtsgeschäftlichen Erklärungen, die für die vCBA Verpflichtungen begründen oder Vermögensverfügungen enthalten, die nicht gemäß § 7 Absatz 5 Buchstabe d vom Direktorium beschlussmäßig bestätigt worden sind, jeweils der ausdrücklichen vorherigen Zustimmung des Direktoriums.
( 2 ) Die Aufgaben der Geschäftsführung sind durch eine Dienstanweisung zu regeln, die die Institutsleitung im Einvernehmen mit dem Präsidium erlässt.
( 3 ) Die Geschäftsführung pflegt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb des igm.
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§ 10
Auflösung der vCBA

1 Mit der Auflösung der vCBA fällt das Vermögens der vCBA an die Evangelische Kirche von Westfalen, die es zweckentsprechend verwendet. 2 Das Direktorium kann der Kirchenleitung für die Verwendung des Vermögens einen Vorschlag unterbreiten.
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§ 11
Übergangsregelung

1 Mit Inkrafttreten dieser Ordnung setzen die bisherigen Mitglieder des Direktoriums und des Präsidiums (ehem. Vorstand) ihre bestehende Amtszeit im Rahmen dieser Ordnung fort; eine Neubestellung der Geschäftsführung erfolgt nicht. 2 Das Direktorium stellt im Benehmen mit der Kirchenleitung durch Beschluss den Zeitpunkt fest, zu dem die Amtszeit endet und alle Mitglieder nach dieser Ordnung neu bestellt werden.
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§ 12
Inkrafttreten

( 1 ) Diese Ordnung tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft und wird im Kirchlichen Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen veröffentlicht.
( 2 ) Der bisherige Geschäftsführer wirkt als Liquidator für die Zeit des Sperrjahres (§ 51 BGB) und bis zur registergerichtlichen Löschung des bisherigen Vereins.